Newsletter April 2026

 

Diese Zeilen entstehen am Ostermontag, und wieder hat die Chorvereinigung Osterferien ohne jeden liturgischen Einsatz in der Karwoche und zu Ostern verbracht. Auf Grund der Zusammensetzung des Chors und der Leitung ist unsere Terminplanung sehr „ferienlastig“, was dazu führt, dass wir in den Weihnachts-Schulferien, Osterferien und Sommerferien nicht singen. Dies war zwar schon immer tendenziell so, nur hat sich das im Laufe der Jahre in diese Richtung noch verstärkt. Wir möchten nun wieder ein wenig gegensteuern und streben an, uns an den höchsten Feiertagen wieder mit unserem Partnerchor, dem Consortium Musicum Wien, abzuwechseln. Auch in der Karwoche sollten wir nicht völlig abgemeldet sein – was noch mit dem Kirchenrektor zu besprechen sein wird.

Im April beginnt jedoch wieder eine Zeit der Verdichtung des Programms. Haydns Harmoniemesse, Mozarts KV 194 und Dvořáks Messe in D sind Werke, die man nicht versäumen möchte, und das gilt sowohl für Besucher/Mitfeiernde als auch für die Mitwirkenden: ich freue mich schon sehr auf diese großartigen Werke!

Woran der Chor auch noch ein wenig zu arbeiten hat, ist seine Auftritts- und „Bühnen“kultur. In letzter Zeit hat uns Kritik erreicht, die durchaus ihre Berechtigung hat. Die Position der Musik vor dem Hochaltar ist eine Besonderheit der Jesuitenkirche, die aber einige Einschränkungen mit sich bringt. Der Chor steht (und sitzt zuweilen) wie auf einer Bühne und ist damit ständig im Blick der feiernden Gemeinde. Dass der Chor manchmal auch sitzt, wenn die Gemeinde steht, ist dem Gedanken geschuldet, dass der Hochaltar nicht ohne Not die ganze Zeit vom stehenden Chor verdeckt werden soll. Dennoch steht der Chor dann auch an bestimmten liturgisch „zwingenden“ Stellen (wie dem Hochgebet, Vaterunser…). Zwar ist es so, dass wir bei den Sonntagsmessen im Unterschied zu unserem Partnerchor bewusst nicht in Chorkleidung auftreten, sondern „in Zivil“ – doch auch daran kann noch ein wenig nachgebessert werden. Essen und Trinken auf der „Bühne“ vor dem Hochaltar ist zwar – wie in der Kirche überhaupt – verpönt, doch wurde den Singenden zugestanden, die geforderten Kehlen zwischendurch mit einem Schluck Wasser anzufeuchten. Das würde bei einem Konzert während des Auftrittes kaum gehen; während der Messfeier sollte das aber möglich sein. Dass dies aber dezent und nicht demonstrativ geschieht, ist auch aus meiner Sicht durchaus wünschenswert.

Dass der Chor während des gesamten Orgel-Postludiums in seiner Position verbleibt und erst danach mit dem Wegräumen der Bänke und Pulte beginnt, hat sich nicht bewährt. Die Hochämter dauern einfach so lange, dass wir das Feld rasch für den nachfolgenden Gottesdienst frei machen müssen. Dass beim Wegräumen ein wenig Unruhe entsteht, was das Orgel-Postludium eventuell stören kann, ist uns keineswegs egal. Wir versuchen hier möglichst leise zu sein und diesen Weg des Kompromisses zu gehen – aber das ist noch nicht ganz an ein Optimum gelangt.

Für Kritik und Anregungen sind wir aber auch hier offen. Ich wollte Ihnen diese Problematik einmal nahebringen und damit kommunizieren, dass uns die Dinge, die Mitfeiernde stören könnten, nicht egal sind – auch wenn wir noch nicht für alles eine gute Lösung gefunden haben.

Martin Filzmaier

 

Sonntag, 12. April 2026, 10:30 Uhr: Joseph HAYDN – „Harmoniemesse“ (1802)

 

Die Harmoniemesse ist die letzte vollendete Komposition des 70-jährigen Haydn. Im Unterschied zu den vorhergehenden Messen begann er bereits früh mit der Komposition. So berichtet er im Juni 1802 seinem fürstlichen Dienstherrn, er sei mit der neuen Messe „sehr mühsam fleissig, noch mehr forchtsam, ob ich einigen beyfall erhalten könen“.  Haydns angeschlagene Gesundheit, er nannte sich selbst einen „immer kränklichen alten Knaben“, hatte nicht im geringsten Auswirkungen auf die Komposition, noch ist ein Nachlassen der schöpferischen Kraft feststellbar. Die künstlerische Qualität seiner letzten Messe ist derart überragend, dass sie von Leopold Nowak als „Summa Missarum Josephi Haydn“ (Summe der Messkompositionen Haydns) bezeichnet wurde.

Die Harmoniemesse ist von einem hohen Maß an Individualität durchdrungen und verbindet die Gattungstradition mit in die Zukunft weisenden musikalischen Strömungen. Haydn fand am Ende seines Lebens zu einer Tonsprache, die bereits Züge der Frühromantik trägt. Er überrascht mit unerwarteten Modulationen, besonders in terzverwandte Tonarten.

Der bei der Uraufführung am 8. September 1802 in der Eisenstädter Bergkirche anwesende Fürst Starhemberg, österreichischer Gesandter in London, schrieb in sein Tagebuch: „Eine herrliche Messe mit einer neuen wundervollen Musik vom berühmten Haydn… unvergleichlich schön und vorzüglich ausgeführt“. Am darauffolgenden Tag wurden die schönsten Sätze der Messe in einem Konzert wiederholt.

Der Name „Harmoniemesse“ bezieht sich auf die reichhaltige, differenziert eingesetzte Bläserbesetzung der Messe, die in Erweiterung zur „Schöpfungsmesse“ neben den Oboen, Fagotten, Klarinetten, Hörnern, Trompeten und Pauken zusätzlich auch noch eine Flöte vorsieht.

(Text aus dem Internet, Autor unbekannt)

Solisten: Eva Maria Schmid, Martina Steffl, Daniel Johannsen, Felix Pacher

 

Der Chor singt zum Offertorium die Motette „Abendlied“ von Joseph Gabriel Rheinberger (1839-1901). Abendlied ist eine Komposition für gemischten Chor zu 6 Stimmen. Es entstammt den „Drei geistlichen Gesängen“ (op. 69, Nr. 3). Josef Rheinberger schrieb die erste Fassung seines kurzen Chorwerkes, das als sein populärstes Werk überhaupt gilt, als knapp 16-Jähriger am 9. März 1855.

Text: „Bleib bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.“ (Lk 24,29)

 

 

Sonntag, 19. April 2026, 10:30 Uhr:

W. A. MOZART – Missa brevis in D, KV 194 (1774)

Die Messe KV 194 ist einer Schaffensperiode Mozarts (1756-1791) zuzuordnen, in der er sich intensiv mit geistlicher Musik auseinandersetzte. Vermutlich ist die am 8. August 1774 vollendete Messe für die Hundertjahrfeier der Weihe der Wallfahrtskirche Maria Plain bei Salzburg entstanden. Die Beliebt­heit von KV 194 bezeugt der Umstand, dass sie als erste geistliche Komposition Mozarts im Druck erschienen ist. Die Messe ist überaus kontrapunktisch gearbeitet. Es ist kein verbreiteter Beiname geworden, aber im Kirchenmusiker-Jargon wurde die Missa brevis KV 194 oft „Kontrapunktmesse“ genannt. Der dichte Vokalsatz ist typisch für Mozarts Missa-brevis-Vertonungen dieser Zeit. Der Schlussteil steht erstmals in Sonatensatzform und wird dadurch zum Schwerpunkt dieses Werkes. Mozart zeigt so eine neue Formlösung für das Messfinale.

Es entbehrt nicht der Ironie, dass der leidenschaftliche Komponist Franz Xaver Witt (1834 – 1888), der die Kirchenmusik Haydns und Mozarts im Bausch und Bogen ablehnte, ausgerechnet diese heitere Messe – Missa brevis D-Dur KV 194 (Salzburg 1774 – 18-jährig) – als einzige von Mozarts Messen für die Liturgie geeignet hielt. Franz Xaver Witt war Priester und von 1859-1867 Chorallehrer am Regensburger Priesterseminar. Er gründete 1868 den „Allgemeinen Cäcilienverein“ und gab ab 1868 die von ihm ins Leben gerufene Zeitschrift „Musica sacra“ heraus. Die Caecilianer wollten wieder zur „reinen Kirchenmusik“ zurückkehren, was die Wiedereinführung des „Gregorianischen Chorals“ sowie die mehrstimmige Polyphonie des 16. Jahrhunderts bedeutete. Die zentralen Angriffspunkte von F.X. Witt waren das Triviale und Unkirchliche in der Musik (oder was er dafür hielt). Es muss allerdings bezweifelt werden, dass Witt wirklich einen umfassenden Überblick über Mozarts Kirchenmusik hatte.

(Text aus dem Internet, Autor unbekannt)

Diese Solisten musizieren mit uns: Judith Sauer, Eva Maria Riedl, Gernot Heinrich und Felix Pacher

Zum Offertorium hören Sie die Kirchensonate in D, KV 245.

Mozarts Kirchensonaten sind einsätzige Kompositionen feierlich-fröhlichen Charakters und raschen Tempos, bestimmt für den Gottesdienst im Salzburger Dom. Dort wurden sie nach der Epistel anstelle des Gradual-Gesanges gespielt. Es war bis ins 18. Jahrhundert üblich, für den liturgischen Gebrauch beim Gottesdienst auch Instrumentalmusik vorzusehen. Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo hat sie 1783 abgeschafft und durch den Gesang des Graduales ersetzen lassen, das bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil in der Liturgie zwischen Lesung und Evangelium vorgesehen war.

Von Mozart liegen 17 solche Kirchen-Sonaten vor, 15 davon für Streicher und Orgel und zwei für Streicher, Bläser und Orgel.

Dieselbe Registrierungsangabe wie bei KV 244 (Mozart wollte das Orgelsolo ausdrücklich mit der „Copula allein“ gespielt wissen, einem nicht lauten und flötenartig klingenden Register) steht auch beim etwas weniger exponiert konzertierenden Orgelpart dieser ebenfalls im April 1776 entstandenen Kirchen-Sonate. Während Mozart bei seinen Kirchen-Sonaten in der Regel das Manualiterspiel vorsieht, verlangt er hier einen fünf Takte lang im Pedal ausgehaltenen Ton als Orgelpunkt.

(Aus „Mozart sakral“, 2006)

 

Sonntag, 26. April 2026, 10:30 Uhr:

Antonín Dvořák, Messe in D-Dur op. 86 (1887/1892)

Bis in Dvořáks (geboren: 8. September 1841, Nelahozeves, Tschechien, gestorben: 1. Mai 1904, Prag) späte Zeit gehören Kirchenwerke zu seinen bedeutenden Schöpfungen: das Stabat Mater op. 58 (1876/77), das Requiem op. 89 (1890) und das Te Deum op. 103 (1892). Die Messe D-Dur nimmt eine Sonderstellung innerhalb der Kirchenmusik Dvořáks ein. Formal durchaus groß angelegt, war sie doch in der Originalbesetzung für eher bescheidene Verhältnisse gedacht. Und dies aufgrund ihrer Bestimmung: Der kunstsinnige Prager Architekt Josef Hlávka bat den von ihm hochgeachteten Dvořák um eine Messkomposition zur Einweihung der Kapelle auf seinem Gut in Luzany in Südwestböhmen. Dvořák nahm den Auftrag an und komponierte die Messe zwischen dem 26. März und 17. Juni 1887. 

Die Uraufführung der Messe am 11. November 1887 in der Gutskapelle leitete der Komponist selbst, die Frau seines Auftraggebers und auch Dvořáks Frau Anna wirkten als Gesangssolistinnen mit. Die erste öffentliche Aufführung fand zwei Jahre später in Pilsen statt. Auf Drängen des englischen Musikverlags Novello orchestrierte Dvořák den Orgelpart 1892, Vokalsatz und musikalische Substanz blieben davon unberührt. Diese Fassung hören Sie bei uns.

Dvořáks Messe ist „ein in seiner Art einmaliges Meisterwerk der Spätromantik“ genannt worden; doch auch von ihrer Schlichtheit, religiöser Naivität und gleichzeitigen liturgischen Maßlosigkeit ist gesprochen worden. Beide Blickwinkel werden dem Werk wohl nicht gerecht. Dvořák schrieb die Messe, wie er in einem Brief an den Auftraggeber sagt, als sein persönliches Zeugnis von „Glaube, Hoffnung und Liebe zu Gott“, und er schrieb sie „zur Ehre unserer Kunst“. Diesem hohen doppelten Anspruch wird das Werk, ohne jede Anmaßung, gerecht. Mit seinen originellen, im Melos manchmal volkstümlich bzw. volksliedhaft geprägten Gedanken und seinem harmonischen Reichtum stellt es sich in den liturgischen Dienst einer Gottesverehrung, die eher von lyrischer Meditation als von dramatischer Unmittelbarkeit gekennzeichnet ist.

(Text aus dem Internet, Autor unbekannt)

Als Solisten wirken mit: Nicola Proksch, Angela Riefenthaler, Gernot Heinrich und Markus Volpert.