Programm September 2017-Januar 2018

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Programm 1. Halbjahr der Saison 2017/2018
Liebe Freunde der Kirchenmusik!

Unser neues Programm ab September 2017 ist online. Wir freuen uns darauf, nach der Sommerpause am 3. September wieder mit Ihnen gemeinsam die Messe in der Jesuitenkirche zu feiern und beginnen die Saison mit der Messe in G-Dur, D 167, von Franz Schubert. Als Abendkonzert werden wir am 18. Oktober 2017 um 19:30 das Requiem von W.A.Mozart aufführen.

Die einzelnen Termine sehen sie hier mehr lesen

Vier Schätze der Kirchenmusik
Schubert Es-Dur als fulminanter Schlusspunkt

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Auszug aus dem NEWSLETTER JUNI 2017:

Sonntag, 25. Juni 2017: Franz Schubert – Große Messe in Es-Dur, D 950

Franz Schubert komponierte in seinem Leben zahlreiche geistliche Werke, erste liturgische Gesänge bereits mit 12 Jahren. Unter diesen geistlichen Werken befinden sich auch sechs lateinische Messen. Er ist damit der erste große Messkomponist, der in der „bürgerlichen Tradition“ steht, das heißt, seine Messen nicht mehr nur für den Gebrauch bei Hofe schrieb, sondern für die Aufführung in Gemeindekirchen durch den Kirchenchor.

Die Große Messe in Es-Dur D 950 entstand im Juni und Juli des letzten Lebensjahres Schuberts (1828). Wie viele andere seiner großen Spätwerke (C-Dur-Sinfonie, Winterreise,…) hat Schubert sie nie gehört. Schubert soll über das Werk gesagt haben, er habe „das Höchste in der Kunst“ angestrebt. Die Uraufführung fand am 4. Oktober 1829 in der Pfarrkirche „Heilige Dreifaltigkeit“ in Wien statt, in der Schuberts Freund Michael Leitermeyer Kapellmeister war. Das Publikum fand großen Gefallen daran und sie wurde mehrmals wiederholt.

Die Es-Dur-Messe ist Schuberts längste und größte Messe, auch was die Besetzung betrifft. So tritt zu den üblichen vier Vokalsolisten ein zweiter Tenor hinzu, außerdem verlangt Schubert 2 Hörner, 3 Trompeten, sowie 3 Posaunen. Es wechseln während des gesamten Werkes immer wieder homophone mit polyphonen Abschnitten, oft gibt es Zwischenspiele und ein großes Gewicht liegt auf den Fugen im Gloria und im Credo. Die Messe dauert ca. 50 Minuten.

Eine ausgesprochene „Chormesse“ ist Schuberts Messe in Es-Dur. Im Schaffen Schuberts stellt die Messe zweifellos einen absoluten Höhepunkt dar. Chor und Blechbläser dominieren. Auf die Orgel wird verzichtet, die Solisten werden nur an exponierten Stellen im Credo (Et incarnatus), im Benedictus und Agnus Dei (Dona nobis pacem) eingesetzt. Polyphones Gestalten steht im Vordergrund (Fugen im Gloria, Credo, Hosanna, Agnus). Barocke Thematik und spätromantische Harmonik bewirken großartige Steigerungen. Im Sanctus werden innerhalb weniger Takte vier Tonarten (Es-Dur, h-Moll, g-Moll, es-Moll) erreicht. Dem verhaltenen, fast ängstlichen Orchestervorspiel des Kyrie stellt Schubert ein herbes, kraftvolles „Gloria in excelsis Deo“ des Chores (a-capella) gegenüber. Das lapidare Thema des „Domine Jesu“ wird im Agnus in kontrapunktisch großartiger Weise verarbeitet. Liedhaft beginnt das „Dona nobis pacem“ und lässt an das Kyrie denken. Doch aus dem zaghaften „Herr erbarme Dich unser“ wird ein zuversichtliches „Gib uns Deinen Frieden“.

(Friedrich Wolf aus der LP-Aufnahme von 1979)

Als Solisten wirken mit: Cornelia Horak (Sopran), Annely Peebo (Alt), Gernot Heinrich (Tenor I) Dritan Luca (Tenor II) und Martin Achreiner (Bass).

Zum Offertorium: „Locus iste“, Motette in C-Dur für vierstimmigen gemischten Chor a cappella von Anton Bruckner (1824 - 1896). Dieser komponierte 1869 das Werk für die Einweihung der Votivkapelle im Mariä-Empfängnis-Dom in Linz. Bruckner stellte das Werk am 11. August 1869 fertig, und es wurde am 29. Oktober dieses Jahres uraufgeführt. Der Text ist das Graduale (Stufengesang) für das Kirchweihfest.

Text: Locus iste a Deo factus est, inaestimabile sacramentum, irreprehensibilis est. Dieser Ort ist von Gott geschaffen, ein unschätzbares Geheimnis, kein Fehl ist an ihm. mehr lesen